Hauchdünn und Hochglanz: Ein Nachmittag mit Amy Grey
Es gibt diese Tage, an denen das Licht in der Stadt eine fast metallische Qualität annimmt. Alles wirkt schärfer, die Schatten sind tiefschwarz und der Beton reflektiert die Sonne mit einer unnachgiebigen Härte. Perfektes Licht für ein Material, das selbst keine Fehler verzeiht. Der Tag begann jedoch ganz entspannt bei mir zu Hause. Amy und ich breiteten ihre neuesten Kreationen auf dem Sofa aus – ein Privileg, das ich immer wieder genieße. Schließlich ist sie nicht nur ein fantastisches Model, sondern auch die kreative Kraft hinter „Miss Grey Latex Fashion“. Wir hielten die Outfits gegen das Fensterlicht und überlegten uns, welche architektonische Kulisse diese feinen Schnitte am besten unterstreichen würde. Dann packten wir das Nötigste ein und düsten los.
Am Set angekommen, reichten mir meine Kameras und eine Auswahl an Objektiven. Ich bin bei Outdoor-Shootings gerne flexibel; der Reflektor blieb erst einmal als „stiller Reserve-Assistent“ im Auto liegen. Während ich die Umgebung sondierte, schlüpfte Amy in das erste Set. Als sie vor die Glasfassaden des modernen Bürokomplexes trat, wusste ich sofort, dass unsere Wahl perfekt war.
Dieses Ensemble war eine modische Ansage in einem zarten, fast ätherischen Gelbton, der einen harten Kontrast zur urbanen Architektur bildete. Es war ein Meisterwerk der Schnittführung: Eine hochgeschlossene Bluse mit voluminösen Puffärmeln, die an den Handgelenken in strengen, schwarzen Manschetten endeten. Dazu ein Rock, der so eng saß, dass er jede Bewegung zu einer bewussten Inszenierung machte. Der breite, schwarze Taillengürtel betonte ihre Silhouette fast schon grafisch. Amy schaute mich nur amüsiert an, als ich anfing, meine Objektive um sie herum auf dem Boden zu drapieren. Ein kurzer, frotzelnder Kommentar ihrerseits über meine „fotografische Ordnung“ – und wir waren sofort im Modus.

Bevor ich den ersten Auslöser drückte, kam das obligatorische Ritual: Vivishine. Amy weiß als Designerin natürlich genau, wie sie ihr Material in Szene setzen muss. Ohne die richtige Pflege wirkt Latex stumpf, aber mit einer feinen Schicht Silikonöl erwacht es zum Leben. Amy half mir, die Flächen gleichmäßig zu benetzen. Unter meinen Fingern spürte ich die kühle, glatte Textur des Materials. Es ist dieser Moment, in dem aus einem Kleidungsstück eine zweite Haut wird. Der Glanz intensivierte sich, die Reflexionen der Glasfassaden begannen auf ihren Schultern und Kurven zu tanzen.
Das Besondere an diesem Look war die Semitransparenz. Das gelbe Latex der Bluse war so dünn und fein gearbeitet, dass es das Licht nicht nur reflektierte, sondern teilweise hindurchließ. Es erzeugte ein Spiel aus Zeigen und Verbergen, das weitaus spannender ist als nackte Haut. Unter dem hellen Material zeichneten sich die feinen Konturen ihres Körpers ab, weichgezeichnet durch die Beschaffenheit des Stoffs. Es war, als würde man durch Milchglas blicken, das in der Sonne glänzt. Die schwarzen Details am Hals und an den Handgelenken wirkten wie Rahmen für diese fließende Optik.

„Micha, konzentrier dich mal auf das Licht, nicht nur auf den Stoff“, neckte mich Amy, als ich mal wieder viel zu nah mit der Linse an einer Falte ihres Ärmels klebte. Ich musste lachen. Sie hat recht – manchmal verliere ich mich in den haptischen Details. Amy bewegte sich mit einer Souveränität, die nur durch jahrelanges Vertrauen entsteht. Sie weiß genau, wie sie das Kinn heben muss, damit sich die Sonne in ihrer Pilotenbrille spiegelt, und wie sie die Hand in die Taille legt, um die Spannung im Material zu maximieren.
Das Geräusch von Latex ist Teil der Atmosphäre. Ein leises Quietschen bei jeder Bewegung, ein sanftes Gleiten, wenn sie die Arme hebt. In der Stille des Büroviertels wurde dieses Geräusch zur Hintergrundmusik unseres Shootings. Ich liebe diese Momente, in denen die Welt um uns herum verschwindet und nur noch der Bildausschnitt im Sucher existiert. Da ich mich auf das Wesentliche an Ausrüstung beschränkt hatte, konnten wir uns völlig frei bewegen und jede Ecke des Platzes als Bühne nutzen.

Wenn die Sonne direkt von der Seite kommt, offenbart das Material seine wahre Tiefe. Im Profil wurde deutlich, wie eng sich der Rock an ihre Hüften schmiegte. Der rückseitige Reißverschluss zog eine harte, schwarze Linie über den unteren Rücken, ein technisches Detail, das in diesem Kontext fast wie ein Schmuckelement wirkte. Die Semitransparenz des Materials sorgte dafür, dass die Hauttöne unter dem Gelb hervorschimmerten und dem Look eine organische Wärme gaben. Es war keine Mode von der Stange; es war eine Skulptur aus Gummi und Licht, entworfen von der Frau, die sie hier mit so viel Stolz präsentierte.

Wir wechselten die Perspektiven. Mal weitläufig, um die Architektur einzufangen, mal ganz nah dran. Amy balancierte auf ihren schwindelerregend hohen Absätzen über den unebenen Boden, als wäre es ein Laufsteg in Paris. Ich bewundere diese Disziplin. Während ich in meinen bequemen Sneakern herumstolpere und versuche, beim Blick durch den Sucher nicht den Halt zu verlieren, bewahrt sie eine Eleganz, die absolut mühelos wirkt.
Warum machen wir das alles? Diese Frage stelle ich mir oft, wenn ich nach einem Shooting die Kamera wieder verstaue. Es ist die Leidenschaft für das Besondere. Wir wollen zeigen, dass Latex weit mehr sein kann als ein Klischee. Es ist ein Material der Extreme, das Disziplin bei der Verarbeitung und Mut beim Tragen erfordert. Mit Freunden wie Amy wird aus dieser Arbeit ein gemeinsames Erlebnis, ein Festhalten von flüchtigen Momenten der Schönheit in einer oft zu grauen Welt.
Als das Licht weicher wurde und die Schatten der Gebäude länger über den Platz krochen, machten wir noch ein paar letzte Aufnahmen. Das Gelb des Outfits schien die letzten Sonnenstrahlen aufzusaugen. In diesen Momenten sah man nicht nur das Model, sondern die Designerin, die genau wusste, wie das Licht auf ihre Nahtstellen fallen musste.

Als wir schließlich die Heimreise antraten, war das typische „Nach-dem-Shooting-Gefühl“ da. Zurück bei mir zu Hause hüpfte Amy erst einmal unter die Dusche, um das Vivishine und den Staub des Tages loszuwerden, während ich die Kaffeemaschine unter Dampf setzte. Wenig später saßen wir mit dampfenden Tassen zusammen, ließen die Bilder auf dem Display Revue passieren und fachsimpelten über die nächsten Entwürfe. Ein Herzensprojekt, eben. Ohne Druck, nur für diesen einen, perfekten Glanz.
Manche Looks entfalten ihre Wirkung erst,
wenn man sie nach draußen trägt.
Genau das passiert hier.
Die Fotos mit Amy Grey zeigen Latexfashion outdoor. Kein Studio, kein kontrolliertes Licht – stattdessen Umgebung, Tageslicht und Bewegung. Das Latex reagiert unmittelbar: Glanz verändert sich mit dem Winkel, Linien werden klarer, sobald Amy sich bewegt oder kurz stehen bleibt. Draußen bekommt das Material eine andere Spannung.
Amy trägt ihre Designs mit Selbstverständlichkeit.
Nicht als Kostüm, sondern als Teil des Moments.
Der Körper gibt den Rhythmus vor, das Latex folgt – und übernimmt im nächsten Augenblick selbst die Führung. Ein Schritt, ein Halt, weiter. Die Umgebung bleibt präsent, ohne abzulenken.
Latexfashion funktioniert hier über Kontrast.
Organischer Raum trifft präzises Material. Amy nutzt das bewusst. Keine großen Gesten, keine Überzeichnung. Bewegung und Stillstand wechseln sich ab, das Outfit bleibt jederzeit lesbar.
Gerade draußen zeigt sich das Zusammenspiel besonders klar.
Model und Design präsentieren sich gegenseitig. Das Latex formt den Eindruck, Amy hält ihn zusammen. Beides greift ineinander – ruhig, konzentriert und auf den Punkt.
Was ist dir zuerst aufgefallen?
Das Material im Tageslicht, die Bewegung oder dieses klare Outdoor-Gefühl?
Schreib es gern in die Kommentare.
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