catsuit & balletboots – Salome und die Kunst der Wiederholung
Es gibt diese Shootings, bei denen man sich erst langsam aneinander herantasten muss. Und dann gibt es Treffen mit Salome. Wenn wir uns verabreden, wissen wir beide genau, worauf wir uns einlassen: Es wird glänzend, es wird eng, und es wird intensiv. Wir haben schon einige Male zusammengearbeitet, immer im Zeichen des Latex, immer mit dieser speziellen Mischung aus Ästhetik und Fetisch, die uns beide fasziniert. Es ist wie ein Wiedersehen mit einer guten alten Gewohnheit – nur dass diese Gewohnheit verdammt gut aussieht.
Diesmal hatten wir uns eine moderne Architektur-Kulisse ausgesucht. Kühler Beton, weite Treppen, viel Glas. Ein Setting, das nach Strenge verlangt. Als Salome ankam, war da sofort wieder diese vertraute Basis. Sie trug bereits Schwarz. Ein Catsuit, der keine Fragen offenlässt und ihren Körper wie eine zweite Haut umschloss.
Doch bevor der erste Auslöser gedrückt wird, gibt es bei uns ein ungeschriebenes Gesetz: Erstmal ankommen. Wir standen am Fuß der riesigen Treppe, ich kramte – wie fast immer etwas umständlich – in meinem Rucksack, um Objektive zu wechseln und Speicherkarten zu checken, während Salome danebenstand. Für Außenstehende muss das ein absurdes Bild sein: Da steht diese atemberaubende Erscheinung in High-End-Latex, bereit, die Schwerkraft herauszufordern, und wir unterhalten uns entspannt über Gott und die Welt. Wir lachten über die Parkplatzsituation, frotzelten ein bisschen über den Stress der letzten Woche und besprachen grob den Plan für die nächsten Stunden.
Dieses kleine Ritual ist wichtig. Es nimmt die Spitze der Anspannung weg – denn egal wie oft man das macht, ein bisschen Nervosität gehört immer dazu. Es erdet uns. Wir sind (noch) nicht Fotograf und Model, sondern einfach zwei Bekannte, die gleich ihrem Hobby nachgehen. Aber genau in diesem Gespräch merkt man, wie sich der Fokus langsam verschiebt. Das Lachen wird ruhiger, der Blick konzentrierter.
Der eigentliche „Startschuss“ war dann der Moment, als Salome final in die Schuhe schlüpfte. Ballettboots auf Betonstufen. Das ist eine Ansage. Da ich weiß, wie leidensfähig und diszipliniert sie ist, hatte ich keine Sekunde Zweifel, dass sie das durchzieht. Das vertraute Klack der Absätze auf dem Stein beendete unseren Plausch endgültig. Ab jetzt wurde nicht mehr gequatscht, ab jetzt wurde gearbeitet.
Weil wir uns schon kennen, läuft die Kommunikation ab diesem Punkt fast blind. Ich muss ihr nicht erklären, wie sie den Fuß strecken soll oder dass das Licht gerade perfekt auf ihrer Schulter bricht. Sie spürt das. Es ist ein fast meditativer Fluss. Sie bewegt sich, ich bewege mich, der Auslöser klickt.
Während ich mich – mal wieder wenig elegant – auf dem Boden verrenkte, um die Perspektive von unten zu bekommen (mein ewiger Kampf mit der Schwerkraft und den eigenen Gelenken, über den Coco sich immer so köstlich amüsiert), beobachtete ich Salome genau. Da war sie wieder, diese Raubkatzen-Attitüde, die ich an ihr so schätze. Sie kroch förmlich über die Stufen, machte sich die Architektur zu eigen. Die entspannte Gesprächspartnerin von vor fünf Minuten war verschwunden, stattdessen blickte mich eine Ikone aus schwarzem Gummi an.
Der Vorteil, wenn man sich schon länger kennt: Man kann die Grenzen etwas weiter stecken. Ich weiß, wie weit ich gehen kann, wie lange ich sie in einer anstrengenden Pose halten kann, bevor die Muskeln zu sehr zittern. Und sie weiß, dass ich das Bild mache, bevor es zu viel wird. Es ist ein stilles Einverständnis. Als sie sich mit diesem intensiven Blick zu mir umdrehte – dunkle Augen, rote Lippen, der lange Zopf wie eine Peitsche über dem Rücken –, war das kein Posing für einen Fremden.
„Geht noch?“, fragte ich irgendwann leise, als sie minutenlang auf den Zehenspitzen balancierte. Ein kurzes, fast unmerkliches Nicken. Mehr braucht es nicht. Das ist das Schöne an unserer Zusammenarbeit: Wir teilen diese Nische. Wir wissen beide, dass das Ergebnis jede Anstrengung wert ist.
Die Bilder, die dabei entstanden sind, sprechen für sich. Sie zeigen nicht nur ein Model in Latex. Sie zeigen eine Frau, die genau weiß, was sie tut, und einen Fotografen, der genau weiß, wie er sie in Szene setzen muss. Die Kontraste sitzen, die Linien stimmen.
Als wir am Ende zusammenpackten, war da wieder diese entspannte Zufriedenheit vom Anfang. Raus aus den Heels, rein in die Sneaker. Die „Kriegerin“ wich wieder der Salome, mit der man Pferde stehlen kann. Wir grinsten uns an, wissend, dass wir es im Kasten haben. Danke, Salome, für das Vertrauen und diesen Tanz auf der Klinge. Es war mir wie immer ein Fest.
Manche Bilder wirken stärker,
weil sie draußen stattfinden.
Diese gehören dazu.
Die Aufnahmen zeigten Salome im Latex-Catsuit, ergänzt durch Ballet Boots, mitten in der Öffentlichkeit. Das Material lag eng an, spiegelte Licht, zeichnete Bewegung. Der Ort blieb sichtbar, der Kontrast bewusst. Salome bewegte sich ruhig, kontrolliert, ganz bei sich – und genau das machte die Präsenz so deutlich.
Nichts wirkte vorsichtig.
Und nichts wurde entschärft.
Latex in der Öffentlichkeit verändert den Blick. Nähe entsteht schneller, Spannung bleibt länger. Die Ballet Boots verlangsamten jede Bewegung, machten sie klarer, präziser. Salome trug das souverän, ohne zu erklären, warum das funktioniert.
Solche Serien leben vom Widerspruch.
Geschlossenes Latex trifft offenen Raum. Kontrolle trifft Alltag. Der Catsuit bündelte Aufmerksamkeit, die Boots gaben der Bewegung Struktur. Salome nutzte diese Kombination bewusst. Der Körper blieb präsent, das Setting blieb real.
Gerade das macht die Erotik so dicht.
Nicht das Zeigen, sondern das Dasein. Latex in public funktioniert, wenn man bleibt. Salome blieb. Ruhig, sicher, sichtbar. Der Blick fand keinen einfachen Ausweg.
Was hat dich zuerst festgehalten?
Der Kontrast zum Ort, das Material oder diese ruhige Sicherheit in der Bewegung?
Schreib es mir gern in die Kommentare.
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