Es ist dieser eine Moment, den ich an Shootings mit Lina so liebe: Sie steht mitten in Aachen, die Sonne knallt, Passanten bleiben stehen – und sie ist die Ruhe selbst. Oder besser gesagt: Sie ist im Tunnel. Wir spielen heute „Studentin im Alltag“, aber jeder, der Lina kennt, weiß, dass sie nichts dem Zufall überlässt. Sie nimmt einen Schluck aus dem Pappbecher, läuft auf mich zu, und kaum habe ich die Kamera abgesetzt, steht sie auch schon neben mir. „Zeig mal“, fordert sie, während sie sich leicht an meine Schulter lehnt, um einen Blick auf das kleine Display zu erhaschen. Das ist unser Rhythmus. Kein blindes Abfeuern, sondern ein gemeinsames Jagen nach dem perfekten Shot.
„Der Schritt war zu schnell, oder?“, fragt sie kritisch und zoomt mit zwei Fingern auf dem Display heran, um den Faltenwurf ihrer Leggings zu prüfen. „Lina, das Bild ist der Hammer“, entgegne ich und muss grinsen. „Das Latex sitzt wie lackiert, das Licht ist perfekt. Was willst du mehr?“ „Dass man sieht, dass ich entspannt bin“, kontert sie trocken und rückt ihre Sonnenbrille zurecht. „Noch mal. Und diesmal gehst du weiter runter. Ich will, dass die Beine endlos aussehen.“ Ich schüttle lachend den Kopf. Das ist Lina. Sie trägt eine Rosengarn-Leggings, die so eng ist, dass andere darin kaum atmen könnten, und dirigiert mich herum, als wäre es eine Jogginghose. Aber genau das macht die Bilder aus. Sie weiß, wie sie wirkt. Und sie genießt es.

Wir ziehen weiter, bleiben kurz stehen, damit sie ihren Kaffee „genießen“ kann – oder zumindest so tut, als ob. Die Blicke der Passanten sind herrlich. Ein Mix aus Bewunderung und völliger Verwirrung. Lina registriert das, spielt damit, aber ihr Fokus bleibt bei uns. Bei unserem kleinen Projekt. „Stell dich da hin, dreh dich leicht ein“, rufe ich ihr zu. Sie nimmt die Pose ein, hält den Becher, schaut zur Seite. Klick. Klick. Sofort kommt sie wieder angelaufen. „Hast du den Glanz auf dem Oberschenkel?“, fragt sie, noch bevor sie das Bild gesehen hat. „Natürlich habe ich den Glanz“, frotzle ich zurück und halte ihr die Kamera unter die Nase. „Ich mache das hier ja nicht erst seit gestern, Fräulein.“ „Jaja, Beckers, laber nicht, liefer ab“, lacht sie und gibt mir einen leichten Knuff in die Seite. Das ist unser Ding. Dieses kurze Geplänkel zwischen den Auslösern nimmt die Ernsthaftigkeit raus.
An der Steinmauer wird es dann etwas intensiver. Die Sonne steht jetzt so, dass sie das Schwarz ihrer Hose förmlich explodieren lässt. Lina dreht sich ein, Blick über die Schulter. „Warte“, sagt sie plötzlich und unterbricht die Pose. Sie streicht mit der flachen Hand über das Material am Gesäß, glättet eine winzige, für das menschliche Auge unsichtbare Unebenheit. „Jetzt.“ Dieser Perfektionismus ist ansteckend. Sie will nicht nur gut aussehen, sie will, dass das Latex perfekt zur Geltung kommt. Und das Ergebnis gibt ihr recht. Als wir uns das Bild danach auf dem Display ansehen, nicken wir beide stumm. „Okay“, murmelt sie und beißt sich leicht auf die Lippe, während sie ihr eigenes Spiegelbild auf dem Screen betrachtet. „Der Arsch sieht gut aus.“ „Ich dachte, wir achten auf die Bildkomposition?“, witzle ich. „Tun wir doch“, grinst sie. „Der Arsch ist die Komposition.“
Dann lehnt sie sich frontal gegen die Mauer, stützt die Hand auf den Oberschenkel. Es sind diese Pausen, in denen wir fast Kopf an Kopf über der Kamera hängen, die das Shooting so besonders machen. Wir sind keine Geschäftspartner, wir sind Komplizen. Wir freuen uns wie kleine Kinder, wenn ein Shot genau so geworden ist, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Hier sieht man ihren professionellen Switch: Eben noch hat sie über einen Passanten gelacht, jetzt fixiert sie die Linse mit diesem intensiven Blick. Die Hand auf dem Bein wirkt so beiläufig, aber sie betont genau die Stelle, wo das Material am meisten spannt.
Lina setzt sich auf die Mauer. Das Latex spannt sich extrem. „Alles gut?“, frage ich, weil ich weiß, wie viel Druck da gerade auf dem Material ist. „Hervorragend“, strahlt sie zurück. „Aber beeil dich, bevor mir die Beine einschlafen.“ Ich gehe in die Hocke, suche den Winkel. Sie flirtet mit der Linse, lacht, wirft den Kopf in den Nacken. Es wirkt so leicht, so spielerisch. Aber ich weiß, wie konzentriert sie arbeitet. Jede Drehung des Fußes, jede Neigung des Kopfes ist Absicht. Nach der ersten Serie kommt wieder der obligatorische Check. „Das da!“, ruft Lina und tippt auf den Bildschirm. „Guck mal, wie sich die Häuserfront im Bein spiegelt. Das nehmen wir.“
Wir experimentieren noch ein wenig mit der Umgebung, nutzen das abgestellte Fahrrad im Hintergrund. Lina lehnt sich etwas weiter nach vorne, stützt die Ellenbogen auf die Knie. Das bringt noch mal eine ganz andere Spannung in das Material. „Rutsch nicht ab!“, warne ich sie, denn Latex auf Stein kann eine rutschige Angelegenheit sein. „Ich klebe förmlich an der Mauer, keine Sorge“, lacht sie zurück. Sie dreht sich etwas mehr zur Kamera, lässt das Licht über die ganze Länge ihres Beins laufen. Wieder dieser kurze Blickkontakt zu mir, dieses ungesprochene: „Hast du das gesehen?“. Ja, habe ich.
Als das letzte Bild im Kasten ist – sie im Profil, lachend, völlig entspannt –, atmen wir beide erst mal tief durch. Lina streckt sich, ich packe die Kamera weg. Die Anspannung fällt ab, und was bleibt, ist dieses zufriedene Gefühl, etwas Richtiges geschaffen zu haben. „Und?“, fragt sie und zieht eine Augenbraue hoch. „Haben wir’s?“ „Ich glaube, wir haben’s“, bestätige ich.
Aber damit ist der Tag natürlich noch nicht vorbei. Denn jetzt kommt das Ritual, das fast genauso heilig ist wie das Shooting selbst. Kamera aus, privater Modus an. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen, weg von den Blicken, weg von der „Bühne“. Endlich was Richtiges essen, kein kalter Deko-Kaffee mehr, sondern echte Kalorien und dummes Zeug reden. Wir lassen die besten Momente noch mal Revue passieren, lachen über die irritierten Gesichter der Passanten und schmieden schon Pläne für das nächste Mal. Das ist der Moment, in dem aus dem Fotografen und dem Model wieder einfach nur Micha und Lina werden. Und ganz ehrlich: Auf diesen Teil freue ich mich fast am meisten. Danke, Lina, für deine Perfektion, deine Geduld und deinen großartigen Humor. Es war mir ein Fest.
Manche Bilder tragen ihre Spannung nicht im Ort,
sondern in der Person, die ihn einnimmt.
Diese gehören dazu.
Die Fotos zeigten Lina in Latexfashion in der Öffentlichkeit. Ruhig, präsent, ohne jede Ausweichbewegung. Latex lag eng an, spiegelte Licht und machte jede Haltung sichtbar. Lina bewegte sich kontrolliert, als wäre genau das der richtige Ort dafür. Kein Zögern, kein Innehalten. Jeder Schritt wirkte bewusst gesetzt.
Alles blieb unter Kontrolle.
Vor allem ihre eigene.
Der Raum reagierte, aber Lina bestimmte, wie weit Nähe entstehen durfte.
Solche Serien leben von dieser Selbstverständlichkeit.
Von dem Moment, in dem man merkt, dass nichts provoziert werden soll, sondern Präsenz einfach da ist. Genau dort entsteht Spannung, die nicht laut werden muss.
Latexfashion verstärkt diesen Eindruck. Auf Lina wirkt das Material nicht erklärend, sondern selbstverständlich. Im öffentlichen Raum wird daraus ein Kontrast, der nicht auffällt, sondern hängen bleibt.
Was hat dich beim Betrachten zuerst gepackt?
Linas Ausstrahlung, der Materialglanz oder der Ort selbst?
Schreib es gern in die Kommentare.
Kontakt ist einfach: über Kontakt, über Instagram Profil oder Facebook Profil.
Wenn du dir vorstellen kannst, selbst in Latexfashion vor der Kamera zu stehen – auch im öffentlichen Raum:
Unsere Info-Seite zur Modelbewerbung richtet sich ausschließlich an weibliche Modelle, die Freude an klaren Konzepten haben und bewusst mit Präsenz, Material und Sichtbarkeit arbeiten möchten.
Custom Shots ermöglichen individuelle Umsetzungen, bei denen Material, Umgebung und Bildidee gezielt zusammenspielen.
Beim Fan-Shooting entsteht gemeinsam vor der Kamera ein Projekt, das Nähe und Spannung bewusst einsetzt.
Was shi-vas ausmacht, wie wir arbeiten und warum wir Bilder lieber wirken lassen als erklären, erfährst du auf unserer Über-uns-Seite.
Euer
Micha 📷
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