Manchmal sitzt man vor dem Rechner, blättert durch ältere Bildserien und bleibt plötzlich an einer Aufnahme hängen. Eigentlich wollte man nur kurz etwas nachschauen, vielleicht eine Serie für eine spätere Veröffentlichung auswählen oder ein paar Bilder neu sortieren. Und plötzlich ist man gedanklich wieder mitten in einem Shooting, das längst zurückliegt. Man erinnert sich nicht nur an die Fotos, sondern an die gesamte Stimmung dieses Tages. An Gespräche, die geführt wurden. An Situationen, über die man damals gelacht hat. An die kleinen Dinge, die auf keinem einzigen Bild zu sehen sind und die trotzdem untrennbar mit der Serie verbunden bleiben.
Genau so ging es mir mit diesen Fotos von Amy Grey.
Die Bilder sind schon einige Zeit alt, aber jedes Mal, wenn ich sie sehe, habe ich sofort wieder den gesamten Tag vor Augen. Das liegt natürlich auch daran, dass Amy und ich uns nicht erst seit gestern kennen. Über die Jahre sind unzählige Shootings entstanden, und irgendwann entwickelt sich daraus etwas, das weit über die übliche Zusammenarbeit zwischen Fotograf und Model hinausgeht. Man kennt sich. Man weiß, wie der andere arbeitet. Man kennt die Eigenheiten, die Vorlieben, die Macken und vermutlich auch die Dinge, die den anderen zuverlässig auf die Palme bringen.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum unsere Shootings immer so entspannt verlaufen.
Bevor überhaupt die erste Kamera aufgebaut wird, steht bei uns traditionell erst einmal Kaffee auf dem Programm. Das war damals nicht anders als heute. Während andere Fotografen vielleicht direkt mit Lichtaufbau, Posing-Ideen und Technik beginnen, sitzen Amy und ich meistens erst einmal zusammen und erzählen uns, was seit dem letzten Treffen alles passiert ist. Wer neue Projekte verfolgt. Welche Ideen inzwischen umgesetzt wurden. Welche Pläne gescheitert sind. Und natürlich auch die vielen kleinen Geschichten, die sich im Alltag ansammeln und die oft deutlich unterhaltsamer sind als alles, was man eigentlich geplant hatte.
Manchmal dauert dieser Teil länger als ursprünglich vorgesehen. Aber ehrlich gesagt gehört er für mich inzwischen genauso zum Shooting wie Kamera, Objektive und Studioblitze.
An diesem Tag lag das blaue Latexkleid von Miss Grey Latex Fashion bereits griffbereit, während wir noch bei Kaffee und Gesprächen saßen. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mein erster Gedanke ziemlich simpel war: Dieses Blau wird auf Fotos hervorragend aussehen.
Manchmal muss man Dinge nicht komplizierter machen.
Das Kleid war weder überladen noch besonders extravagant. Es verfügte nicht über irgendwelche spektakulären Extras, die um Aufmerksamkeit kämpften. Stattdessen setzte das Design auf etwas, das bei Latex oft deutlich besser funktioniert als jede noch so aufwendige Konstruktion: einen guten Schnitt, hochwertige Verarbeitung und die Bereitschaft, dem Material die Hauptrolle zu überlassen.
Als Amy schließlich vor der Kamera stand, bestätigte sich dieser Eindruck sofort.
Das Erste, was auf diesen Bildern auffällt, ist natürlich die Farbe. Dieses kräftige Blau besitzt eine Präsenz, die sich kaum ignorieren lässt. Gleichzeitig wirkt das Kleid trotz seiner auffälligen Farbgebung erstaunlich elegant. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Es bekommt sie einfach.
Genau das macht gutes Latex aus.
Viele Menschen verbinden Latex automatisch mit Extravaganz oder Provokation. Tatsächlich funktionieren die stärksten Designs oft genau andersherum. Sie vertrauen darauf, dass das Material bereits genug Wirkung mitbringt und verzichten bewusst auf unnötige Ablenkungen.
Amy versteht das vermutlich besser als die meisten anderen Menschen. Schließlich trägt sie Latex nicht nur seit vielen Jahren, sondern entwickelt und fertigt ihre eigenen Designs. Sie kennt das Material aus einer Perspektive, die weit über die eines Models hinausgeht. Und genau das merkt man bei jedem Shooting.
Während andere noch überlegen, welche Pose funktionieren könnte, erkennt Amy meist schon selbst, wie sich Licht, Material und Körperhaltung gegenseitig beeinflussen.
Für mich als Fotograf ist das natürlich ein Luxus.
Wer Amy allerdings nur von ihren Fotos kennt, könnte leicht den Eindruck bekommen, dass sie vor der Kamera ständig ernst und hochkonzentriert arbeitet. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall.
Natürlich nimmt sie ihre Arbeit professionell. Aber zwischen zwei Aufnahmen wird gelacht. Es werden dumme Sprüche gemacht. Es wird über völlig belanglose Dinge diskutiert. Und gelegentlich verliert sich ein Gespräch so weit vom eigentlichen Thema, dass man sich irgendwann fragt, wie man überhaupt dort gelandet ist.
Genau diese Lockerheit macht unsere Shootings seit Jahren aus.
Sie sorgt dafür, dass niemals das Gefühl entsteht, eine Liste von Pflichtaufgaben abzuarbeiten. Stattdessen entwickelt sich eine Atmosphäre, in der gute Bilder beinahe nebenbei entstehen.
Wenn ich heute auf diese Aufnahme schaue, erinnere ich mich beispielsweise weniger an die Pose selbst als an die Minuten davor. Vermutlich hatten wir gerade wieder über irgendeinen Unsinn diskutiert, der mit dem eigentlichen Shooting nichts zu tun hatte. Solche Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Zusammenarbeit.
Vielleicht liegt genau darin einer der Gründe, warum die Bilder trotz Studio-Umgebung nie steif wirken. Niemand versucht krampfhaft, besonders cool oder besonders professionell zu erscheinen. Wir fotografieren einfach.
Und manchmal ist genau das der beste Ansatz.
Amy besitzt dabei eine Eigenschaft, die man nur schwer beschreiben kann. Sobald sie vor der Kamera steht, verändert sich die Wirkung eines Raumes. Sie braucht dafür keine spektakulären Posen und keine großen Gesten. Ihre Präsenz entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Selbstverständlichkeit.
Man glaubt ihr einfach, dass sie genau dort hingehört.
Das klingt simpel, ist aber erstaunlich selten.
Besonders spannend finde ich rückblickend die Unterschiede innerhalb dieser Serie. Obwohl Outfit, Hintergrund und Licht weitgehend gleich geblieben sind, entsteht auf nahezu jedem Bild ein anderer Eindruck. Mal wirkt Amy konzentriert und fokussiert. Dann wieder entspannt und beinahe verspielt.
Genau diese kleinen Veränderungen machen für mich den Unterschied zwischen einer einfachen Fotosammlung und einer echten Bildserie aus.
Gerade bei den seitlichen Aufnahmen wird deutlich, wie hervorragend das Kleid gearbeitet ist. Der hohe Kragen, die freiliegenden Schultern und die klare Linienführung ergänzen sich perfekt. Nichts wirkt überladen. Nichts lenkt vom Wesentlichen ab.
Das Kleid unterstreicht die Wirkung des Models, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen.
Eine Eigenschaft, die überraschend viele Outfits nicht besitzen.
Ich mochte schon immer Aufnahmen, bei denen das Model nicht direkt in die Kamera schaut. Sie erzeugen eine andere Art von Spannung. Der Betrachter beginnt automatisch, sich zu fragen, worauf sich der Blick richtet. Dadurch entsteht eine Geschichte, ohne dass man sie erklären muss.
Vielleicht passt genau das auch zu Amy. Sie gehört nicht zu den Menschen, die sich ständig in den Mittelpunkt drängen müssen. Und trotzdem gelingt es ihr immer wieder, die Aufmerksamkeit ganz selbstverständlich auf sich zu ziehen.
Natürlich wurde während des Shootings auch experimentiert. Neue Perspektiven, kleine Variationen der Körperhaltung und unterschiedliche Blickrichtungen gehören schließlich dazu. Nicht jede Idee funktioniert. Das muss sie auch nicht.
Fotografie besteht oft genug daraus, verschiedene Wege auszuprobieren und zu sehen, wohin sie führen.
Je länger das Shooting dauerte, desto weniger musste überhaupt noch gesprochen werden. Nicht weil uns die Gesprächsthemen ausgegangen wären, sondern weil irgendwann ein Rhythmus entsteht. Kamera, Licht, Model und Fotograf arbeiten beinahe automatisch zusammen.
Das ist einer dieser Vorteile, die sich erst nach vielen gemeinsamen Jahren ergeben.
Man vertraut einander.
Und dieses Vertrauen lässt sich weder planen noch künstlich erzeugen.
Wenn ich mir diese Serie heute anschaue, fällt mir deshalb längst nicht nur das Kleid auf. Natürlich sehe ich die glänzende Oberfläche des Latex, die intensive Farbe und die vielen Details, die damals so gut funktioniert haben. Gleichzeitig erinnere ich mich aber auch an die Dinge, die auf keinem einzigen Foto sichtbar sind.
Ich denke an den Kaffee vor dem Shooting. An die Geschichten, die wir uns seit dem letzten Treffen zu erzählen hatten. An die vielen kleinen Neckereien während der Aufnahmen. Und an diese entspannte Atmosphäre, die unsere Shootings seit Jahren begleitet.
Vielleicht gefällt mir die Serie deshalb auch heute noch so gut.
Sie zeigt nicht nur ein großartiges Latexkleid von Miss Grey Latex Fashion und ein Model, das genau weiß, wie man ein solches Outfit präsentiert. Sie erinnert mich gleichzeitig an einen dieser Nachmittage, die sich weniger wie Arbeit und mehr wie ein Treffen unter Freunden anfühlen. Die Kamera läuft zwar die ganze Zeit mit, aber trotzdem entsteht nie das Gefühl, möglichst schnell möglichst viele Bilder produzieren zu müssen.
Stattdessen entstehen Fotos. Gespräche. Erinnerungen.
Und manchmal hat man das Glück, dass all diese Dinge zusammenkommen.
Für mich gehört diese Serie von Amy genau zu diesen Shootings. Sie hat mir damals viel Spaß gemacht. Und wenn ich die Bilder heute wieder anschaue, merke ich, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.
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Manche Serien gewinnen,
wenn Bewegung ins Spiel kommt.
Genau das trägt diese.
Die Aufnahmen mit Amy Grey zeigen Latexfashion in Aktion. Kein Stillhalten, kein reines Präsentieren. Ein Schritt nach vorn, eine Drehung, ein kurzer Halt, dann weiter. Das Material reagiert sofort. Glanz wandert, Linien verschieben sich, der Schnitt zeigt bei jeder Bewegung eine andere Facette.
Nichts wirkt hektisch.
Aber alles bleibt lebendig.
Amy bewegt sich sicher im Latex, nutzt den Raum, setzt Wechsel. Man sieht, wie vertraut sie mit ihren Designs ist. Der Körper führt, das Outfit folgt – und übernimmt im nächsten Moment selbst die Führung.
Latexfashion funktioniert hier über Dynamik.
Nicht über Pose.
Bewegung macht sichtbar, wie präzise der Schnitt arbeitet. Wie das Material Spannung aufnimmt und wieder freigibt. Amy nutzt genau diesen Effekt. Vorwärts, Pause, Richtungswechsel. Der Blick bleibt dran.
Gerade diese Bewegung macht das Zusammenspiel so stark.
Model und Outfit verstärken sich gegenseitig. Das Latex formt den Eindruck, Amy hält ihn zusammen. Kein Teil funktioniert allein – zusammen entsteht die Wirkung.
Was hat dich zuerst festgehalten?
Die Bewegung, das Material oder dieses sichtbare Zusammenspiel in Aktion?
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