Nachdem wir die ersten Fotos auf der Steinbank gemacht hatten, setzten wir unseren Spaziergang durch die Innenstadt einfach fort. Das Eis war noch nicht lange Geschichte, Remo hatte vermutlich immer noch große Hoffnungen auf eine späte kulinarische Wendung, und Lina bewegte sich inzwischen so selbstverständlich in ihrem Outfit, als hätte sie nie etwas anderes getragen. Genau das war für mich der entscheidende Punkt an diesem Nachmittag. Wir hatten nicht das Gefühl, jetzt von Motiv zu Motiv springen zu müssen, sondern ließen den Tag einfach weiterlaufen. Die Kamera war dabei, Remo war dabei, Lina war gut gelaunt, und die Latex-Leggings glänzte in der Sonne so unaufgeregt vor sich hin, als wäre sie schon immer Teil eines normalen Stadtbummels gewesen. Wenn ein Shooting sich irgendwann nicht mehr wie ein Shooting anfühlt, sondern wie ein gemeinsamer Nachmittag mit gelegentlichen Fotos, dann ist das meistens ein gutes Zeichen.
Nur wenige Meter weiter fanden wir diesen Bereich am Metallzaun, der sofort gut funktionierte. Die Struktur des Zauns brachte etwas Stadtisches in die Bilder, ohne dabei zu dominant zu werden, und genau dieser Kontrast passte perfekt zur glänzenden Oberfläche der Leggings. Lina stand dort mit Remo an der Leine, die Tasche über der Schulter, das karierte Oberteil locker kombiniert mit den weißen Sneakern, und plötzlich war wieder genau dieser Fashion- und Lifestyle-Effekt da, wegen dem sie überhaupt begeistert ja zu dieser Idee gesagt hatte. Es sah nicht nach Latex-Shooting aus, sondern nach einem Outfit, das zufällig etwas mutiger war als das, was die meisten Menschen an einem sonnigen Tag in der Innenstadt tragen. Und wenn man ehrlich ist, wäre die Welt vermutlich deutlich weniger langweilig, wenn mehr Menschen sich bei ihrer Kleidung wenigstens gelegentlich trauen würden, nicht wie die Bedienungsanleitung eines Büroregals auszusehen.
Was mir an diesen Bildern besonders gefällt, ist die Selbstverständlichkeit der Situation. Lina steht dort nicht wie jemand, der ein ungewöhnliches Material präsentieren muss, sondern wie jemand, der einfach mit seinem Hund unterwegs ist und dabei gut aussieht. Natürlich fiel sie auf, das wäre bei Lina allerdings auch in einer ganz normalen Jeans passiert. Sie hat diese natürliche Präsenz, bei der Menschen kurz hinschauen, ohne dass sie dafür irgendetwas Lautes oder Übertriebenes machen müsste. Die Leggings verstärkte diesen Effekt, aber sie ersetzte ihn nicht. Genau darin liegt für mich der Unterschied zwischen einem gelungenen Outfit und einer Verkleidung. Eine Verkleidung übernimmt die Szene, ein gutes Outfit unterstützt die Person, die es trägt.
Bei Lina war sehr schnell klar, dass die Leggings sie nicht einschränkte und auch nicht aus der Situation herausriss. Das ist gerade bei ihr nicht ganz unwichtig, weil sie professionell genug ist, um sich selbst dann nichts anmerken zu lassen, wenn sie sich in einem Outfit nicht komplett wohlfühlen würde. Die meisten Betrachter würden das vermutlich nicht sehen, aber dafür kennen wir uns inzwischen einfach zu lange. Ich würde merken, wenn sie innerlich auf Abstand geht, wenn eine Pose nicht mehr natürlich wirkt oder wenn aus einem lockeren Shooting plötzlich reine Pflichterfüllung wird. An diesem Tag passierte davon nichts. Im Gegenteil, je länger wir unterwegs waren, desto stärker verschmolz der Look mit ihr, bis die Latex-Leggings nicht mehr wie ein besonderes Element wirkte, sondern wie ein selbstverständlicher Teil von Lina an diesem Nachmittag.
Gerade die Bilder in Bewegung zeigen für mich sehr schön, warum die ganze Idee funktioniert hat. Lina läuft nicht übertrieben posierend durch die Stadt, sondern ist einfach unterwegs, berührt kurz ihre Haare, hält Remo an der Leine und bleibt dabei ganz bei sich. Solche Momente sind fotografisch oft wertvoller als jede perfekt vorbereitete Pose, weil sie nicht erklären wollen, was man sehen soll. Sie zeigen es einfach. Die Leggings glänzt, ja, aber sie schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Remo läuft neben ihr, die Stadt bleibt im Hintergrund lebendig, und aus all diesen Kleinigkeiten entsteht genau diese Mischung aus Alltag, Fashion und einem kleinen Hauch Ungewöhnlichkeit. Das ist für mich wesentlich spannender als eine Inszenierung, bei der jedes Detail so kontrolliert ist, dass am Ende nichts mehr atmet.
Natürlich gehören zu einem echten Stadtspaziergang auch diese kleinen Unterbrechungen, bei denen niemand dramatisch in die Ferne blickt oder heldenhaft eine Laterne ignoriert, sondern schlicht aufs Handy schaut. Genau solche Bilder mag ich, weil sie die Idee der Serie noch einmal auf eine andere Weise bestätigen. Latex wird hier nicht ausgestellt, sondern in eine komplett normale Situation gestellt. Lina steht mit Smartphone und Hund an einem Zaun, so wie man eben unterwegs kurz stehen bleibt, etwas liest, antwortet oder nachsieht, wohin man als Nächstes läuft. Der Unterschied ist nur, dass sie dabei eine schwarze Latex-Leggings trägt, die im Licht deutlich mehr Charakter hat als die übliche Alltagsuniform aus Jeans und Funktionsjacke. Die Menschheit hat Funktionsjacken erfunden und nennt das Fortschritt, da darf eine glänzende Leggings ruhig als kulturelle Reparaturmaßnahme durchgehen.
Während wir weitergingen, rückte Remo wieder stärker in den Vordergrund, auch wenn er vermutlich gar nicht wusste, dass er inzwischen der heimliche Star dieser Serie geworden war. Hunde haben diesen Vorteil, dass sie niemals versuchen, interessant zu wirken, und genau deshalb sind sie es oft. Remo lief neben Lina, schaute zwischendurch zu ihr hoch, beobachtete die Umgebung und brachte eine Ruhe in die Bilder, die man nicht inszenieren kann. Für mich war das ein wichtiger Teil der Atmosphäre. Lina wirkte nicht wie ein Model, das zufällig mit Hund fotografiert wurde, sondern wie eine junge Frau, die wirklich mit ihrem Hund durch die Stadt geht. Dadurch bekam die Latex-Leggings automatisch einen noch stärkeren Alltagsbezug, denn sie war nicht das Kostüm für eine Pose, sondern Teil eines echten Spaziergangs.

Am Ende dieser kleinen Station war eigentlich schon alles gesagt, ohne dass irgendjemand es laut aussprechen musste. Lina stand mit Smartphone und Remo in der Innenstadt, die Leggings war sichtbar, aber nicht fremd, und die Szene wirkte so normal, dass genau darin ihre eigentliche Stärke lag. Rosengarn wollte damals zeigen, dass Latex nicht automatisch in eine bestimmte Ecke gehört, und genau diese Bilder liefern dafür ein ziemlich gutes Argument. Nicht theoretisch, nicht belehrend und nicht mit erhobenem Zeigefinger, denn davon hat die Welt wahrlich schon genug. Stattdessen sieht man einfach eine Frau, die einen sonnigen Tag in der City verbringt, gut aussieht, sich wohlfühlt und ein Outfit trägt, das mehr kann, als man dem Material auf den ersten Blick vielleicht zutrauen würde. So einfach kann eine Aussage sein, wenn man sie nicht kaputt erklärt.
Während wir unseren Weg weiter durch die Innenstadt fortsetzten, entstanden noch weitere Aufnahmen, die für mich zu den stärksten Bildern dieses Tages gehören. Interessanterweise verschob sich dabei der Fokus noch einmal. Remo, der bis hierhin mit seiner entspannten Art, seinem Blick für Eis und seiner erstaunlichen Gelassenheit viele Bilder bereichert hatte, verabschiedete sich langsam aus dem fotografischen Mittelpunkt. Für den dritten und finalen Teil konzentrieren wir uns deshalb ganz auf Lina, ihr Outfit und diese besondere Mischung aus Fashion, Lifestyle und Alltag, die dieses Shooting von Anfang an getragen hat. Remo hat seine Rolle als heimlicher Star mehr als verdient gespielt, aber die letzten glänzenden Momente in der City gehören Lina allein.
Manche Bilder ziehen nicht an,
sie halten fest.
Diese gehören dazu.
Die Fotos zeigten Lina in Latexfashion outdoor. Nicht herausgestellt, nicht versteckt. Latex lag eng an, reagierte auf Licht und machte jede Bewegung lesbar. Lina bewegte sich mit einer Ruhe, die sofort auffiel und genau deshalb wirkte.
Nichts wirkte zufällig.
Und nichts musste verstärkt werden.
Der Kontrast entstand von selbst.
Solche Serien leben von Persönlichkeit.
Von der Fähigkeit, Präsenz zu halten, ohne sie zu erklären. Lina brachte genau das mit. Nähe entstand nicht durch Inszenierung, sondern durch Haltung.
Latexfashion verstärkt diese Wirkung. Auf Lina wird das Material Teil ihrer Ausstrahlung. In der Öffentlichkeit entsteht daraus eine Spannung, die nicht provoziert, sondern bestehen bleibt.
Was hat deinen Blick zuerst gehalten?
Lina selbst, der Materialglanz oder das Zusammenspiel mit dem Ort?
Schreib es gern in die Kommentare.
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Wenn du dir vorstellen kannst, selbst in Latexfashion vor der Kamera zu stehen und dabei bewusst sichtbar zu sein:
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Beim Fan-Shooting entsteht gemeinsam vor der Kamera ein Projekt, das Nähe und Vertrauen bewusst nutzt.
Was shi-vas ausmacht, wie wir arbeiten und warum wir Bilder lieber wirken lassen als erklären, erfährst du auf unserer Über-uns-Seite.
Euer
Micha 📷
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